Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Thema Negativzinsen (oder besser Verwahrentgelt) auf Einlagen hat sich spätestens seit der letzten EZB-Sitzung nochmals verschärft. Die EZB hat den Negativzins für Guthaben, die Kreditinstitute bei der Bundesbank unterhalten, von -0,40% auf nun -0,50% erhöht. Eine weitere Lockerung der Geldpolitik unter der neuen EZB Chefin Lagarde ist wahrscheinlich. Auch die Zinsen für langfristige Darlehen sind weiter gefallen und erstrangig abgesicherte Wohnbaudarlehen sind schon für 0,60% p.a. und weniger zu erhalten.

Der Druck auf die Zinsmargen, der Hauptertragsquelle der Banken, nimmt weiter zu. Auch wir können uns nicht mehr dauerhaft dem Thema Minuszinsen auf Kundeneinlagen entziehen. Im Firmenkundengeschäft ist es bereits gelebte Praxis, dass die Bankenihren Kunden die Negativzinsen der EZB weiterberechnen.

Seit geraumer Zeit arbeitet eine Projektgruppe unter der Leitung von Herrn Gröbmair auch bei uns am Konzept für die Einführung eines Verwahrentgeltes. Die Herausforderungen sind sehr komplex und bedürfen einer längeren und sehr umsichtigen Prüfung aller möglichen Faktoren.

Stand heute ist nur entschieden, dass wir für Firmenkunden, Gemeinden und vergl. Institutionen voraussichtlich im Dezember ein Verwahrentgelt für Einlagen einführen. Details sind noch nicht abschließend geklärt. Aber es wird einen Freibetrag in mittlerer 6stelliger Höhe für die Kunden geben.
Auch die Höhe des Verwahrentgeltes steht noch nicht fest.

Auch Privatkunden müssen auf Sicht mit der Einführung eines Verwahrentgeltes rechnen. Über den Zeitpunkt und die Höhe haben wir noch keine Entscheidung getroffen. Aber die Freibeträge werden so hoch sein, dass mehr als 90% unserer Kunden davon wohl nicht betroffen sein werden.

Wir legen bei unseren Überlegungen und Entscheidungen großen Wert darauf, dass die Interessen der Kunden und Bank abgewogen werden. Egal wie die Entscheidungen ausfallen, die Kunden werden mindestens 8 Wochen vorher informiert. Und natürlich suchen wir mit den Kunden, die von einer evtl. Einführung eines Verwahrentgeltes betroffen sind, das persönliche Gespräch führen. Aber eines steht jetzt schon fest: Es wird eine faire Lösung für unsere Kunden sein.

Sie werden selbstverständlich in den nächsten Wochen regelmäßig über den aktuellen Diskussionsstand und die daraus abgeleiteten Entscheidung informiert.

Bitte gehen Sie aber schon jetzt sensibel mit dem Thema Neugeld um. Bei Neugeldanfragen über 500 TEUR zur Anlage in Bilanzprodukten sprechen Sie sich bitte vorher mit Ihrem jeweiligen Bereichsleiter oder mit Herrn Heinz in der Vermögensberatung ab. Nutzen Sie die attraktiven Anlageangebote unserer Verbundpartner. Vermögensstreuung ist auch im Interesse des Kunden.

Vielen Dank für Ihr Engagement.